Die Altstadt und das Verhältnis zum Bahnhof (MA Semester 1)
Gruppenarbeit mit Nora Stange bei Prof. Michael Locher
Aufgabe war es das Verhältnis und den Übergang von der Lübecker Altstadt zum Lübecker Hauptbahnhof neu zu gestalten. Die jetzige städtebauliche Situation ist nach allen Maßstäben der Architektur sowie des Städtebaues ungenügend: der Stadtraum ist räumlich nicht gefasst, die Führung zur Altstadt der Besuchenden funktioniert nicht, der individuelle motorisierte Verkehr dominiert den Raum. Das Wahrzeichen Lübecks, das Holstentor steht umflossen von Verkehr auf einer schwer erreichbaren Insel in mitten des Verkehrs.
Ziel ist es demnach das Stadtgebiet neu zu denken und entlang der Route zur Altstadt ein hochwertiges stück Stadt zu entwerfen das sowohl eine hohe Wohnqualität wie auch belebte Erdgeschossnutzungen aufweist.
Um dem bekannten Wahrzeichen die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken wird eine Umlegung der bestehenden Achse angestrebt. Durch den neugeschaffenen Lindenplatz am Beginn der Route werden Bersucher:innen über den neuen Platz zum frühst möglichen Zeitpunkt auf die axiale Verbindung zum Holstentor geführt. Der Lindenplatz bildet somit den Auftakt und stellt durch seine Ausformung und Größe keine Konkurrenz zum Holstentorplatz dar. Nördlich der Route entsteht ein neues Quartier, welches durch den Stadtgraben unterteilt wird. Um dieser Trennung entgegen zu wirken werden über den Fluss Brücken geschlagen und die Bezüge durch Fluchtlinien und Sichtachsen gestärkt. Es entsteht ein gemeinsames Quartier entlang der Hauptachse mit direktem Wasserbezug. Diese Achse wird von motorisiertem Verkehr mit Außnahmen für Anlieferung freigehalten. D ies wird durch eine Verkleinerung der Fackenburger und Moislingerealllee, sowie durch eine Umleitung des Verkehrs über eine neue Brücke im Norden ermöglicht. Innerhalb des Quartiers erfolgt die Erschließung der Blockränder entlang von Fahrradstraßen. Ein neues Parkhaus an den Gleisen sorgt für eine ausreichende Menge an Parklierungsmöglichkeiten für Bewohnende und Besuchende. Die Intervention ist in Form von Blockrandbebauungen geplant. Diese Formgebung sucht Anschluss an den Bestand der Stadterweiterung und der Altstadt. Auch die Gebäudehöhen passen sich an die Umliegende Bebauung nehmen diese auf. An wichtigen Knoten- und Leitpunkten sorgen Hochpunkte für eine klare Orientierung im neugeplanten Quartier. 
Die Parzellierung der Grundstücke passt sich an den Bestand an und ermöglicht durch ihre kleinteilige Struktur aufrechte, stehende Fassadenformate. Die Hinterhöfe sind ein gemeinschaftlicher Grünraum für die Bewohnerinnen eines Gebäudes oder eines Blockes, abhängig von der Aufteilung des Innenhofes. Die Nutzungen im Erdgeschoss entlang der Route, der Promenade und an Plätzen sind von Gewerbe geprägt. Darüber hinaus gibt es öffentliche Nutzungen. Darunter fällt auch das Punktgebäude zu Beginn der Achse. Dieses fungiert als Quartierszentrum für die Unterstützung von Künstlerinnen, Studierenden und Auszubildenden. Es ist als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum mit offenen Werkstätten geplant.
Durch das Verknüpfen von Gewerbe und Wohnen im Planungsgebiet entsteht ein belebtes Quartier. Um die Privatsphäre der Bewohner:innen zu gewähren, sind sof-edges geplant und die Erdgeschosse, welche Wohnungen beinhalten, sind als Hochparterre ausgebildet. Die Erschließung der Wohnungen erfolgt von der Straßenseite aus oder über den Gemeinschaftshof. Die Gemeinschaftshöfe sind für die Bewohner:innen durch das Erdgeschoss  betretbar. Die Wohnungen verfügen über private Außenräume in Form von Gemeinschaftsgärten, Balkonen und Loggien. Dabei sind die Balkone zu den Wohnstraßen hin und in die Hinterhöfe gelegen. Die Wohnungen entlang der Achse verfügen über Loggien, um den Bewohner:innen einen geschützten Außenraum zu bieten und den Raum entlang der Route zu stärken.
Bei den Wohnungen im Fokusgebiet des Lindenplatzes stehen kleine bis mittelgroße Wohnungen im Vordergrund. Bei dem Fokusgebiet im Wohngebiet entlang des Stadtgrabens handelt es sich verstärkt um mittlere bis große Wohnungen, die für familiäres Wohnen gedacht sind. Dabei ist eine Besonderheit, dass Grundrisse entwickelt wurde, welche als Maisonette das Zusammenschließen von Wohnungen über zwei Stockwerke zulassen, es aber nicht voraussetzen. So kann der Grundriss individuell auf die Anzahl der Bewohnenden verändert werden und passt sich nachhaltig den Bedürfnissen der Bewohner:innen an. Auf diese Weise wird eine flexible Alternative zum Einfamilienhaus angeboten. Gleichzeitig wurde auf eine gewisse Durchmischung der Grundrissgrößen geachtet, um ein diverses Quartier zu schaffen.
Die Umgestaltung des Holstentorplatzes sieht eine Verkleinerung des Platzes vor. Außerdem wird der Platz durch Gastronomie und Aufenthaltsbereiche belebt und für das menschliche Maß angepasst und nutzbar gemacht. Zum Verweilen laden Liegewiesen ein, welche die Steigung der Umgebung aufnehmen und so das tiefer gelegene Holstentor barrierefrei mit der Umgebung verknüpfen. Der Platz leitet die Menschen auf das Holstentor zu und führt es somit auf seinen ursprünglichen Zweck als Durchgang und Entree zurück. Entlang der Südseite des Holstentores wird die Steigung durch eine Mauer aufgefangen, da die historische Bebauung der Salzspeicher einer Anpassung des Geländes widerspricht. Im Nordwesten des Holstentores befinden sich Sitzstufen mit Blick auf den Holstentorplatz. Durch eine Rampe auf der Altstadtseite des Holstentores wird der gesamte Weg barrierefrei.
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